Das neue Modell der alten Schiffmühle
Die erste schriftliche Kunde der Barzmühle stammt aus dem Jahre 1446. Damals war es eine Schiffsmühle, die heutige Barzmühle ist stationär.
Der Stiftungsrat der Barzmühle hat sich Anfang 2024 erstmals mit dem Gedanken auseinandergesetzt, ein historisches Modell anfertigen zu lassen von der Schiffsmühle von einst.
Auf der Suche nach einem passenden Modellbauer stiess der Stiftungsrat auf Kaspar Steger aus Maschwanden. Steger kreiert heute mehrheitlich Architektur- und Design-Modelle aus Holz, hat sich aber gleichwohl als Spezialist für historische Modelle einen Namen gemacht. Mehrfach hat er erfolgreich mit Fachleuten aus dem Bereich Museologie und Ausstellungsgestaltung zusammengearbeitet.
Am Dienstagnachmittag, 14.10.2025, wurde das Schiffsmühle Modell von Kaspar Steger in die Barzmühle Bad Zurzach geliefert.
Gönner, verdiente Mühlefreunde, Presse und die Stiftungsräte der Barzmühle haben das Modell mit sichtlicher Begeisterung entgegengenommen. «Wir freuen uns sehr», so Mäni Moser. «Jetzt haben wir in unserer Ausstellung ein Modell, das den Besuchern einen bildlichen Eindruck der einstigen Mühle im Jahr 1857 vermittelt. Das ist für uns äusserst wertvoll.»
Der Stiftungsrat der Barzmühle hat sich Anfang 2024 erstmals mit dem Gedanken auseinandergesetzt, ein historisches Modell anfertigen zu lassen von der Schiffsmühle von einst.
Auf der Suche nach einem passenden Modellbauer stiess der Stiftungsrat auf Kaspar Steger aus Maschwanden. Steger kreiert heute mehrheitlich Architektur- und Design-Modelle aus Holz, hat sich aber gleichwohl als Spezialist für historische Modelle einen Namen gemacht. Mehrfach hat er erfolgreich mit Fachleuten aus dem Bereich Museologie und Ausstellungsgestaltung zusammengearbeitet.
Am Dienstagnachmittag, 14.10.2025, wurde das Schiffsmühle Modell von Kaspar Steger in die Barzmühle Bad Zurzach geliefert.
Gönner, verdiente Mühlefreunde, Presse und die Stiftungsräte der Barzmühle haben das Modell mit sichtlicher Begeisterung entgegengenommen. «Wir freuen uns sehr», so Mäni Moser. «Jetzt haben wir in unserer Ausstellung ein Modell, das den Besuchern einen bildlichen Eindruck der einstigen Mühle im Jahr 1857 vermittelt. Das ist für uns äusserst wertvoll.»
Möglichst nah am Original
Wichtigste Quelle für Steger war ein Originalplan der Schiffsmühle, der im Staatsarchiv in Aarau erhalten geblieben ist. Er wurde 1857 gezeichnet. In jenem Jahr also, als die Müller-Familie Dambach vom Bözberg zum ersten Mal als neue Eigentümerin der Mühle in der Barz in Erscheinung trat.
Der Plan trägt den Titel «Barthsmühle von Jacob Dambach in Zurzach». Er zeigt die Schiffmühle im Wasser, samt langen Ketten, mit denen sie am Ufer befestigt ist. Auch ein Sperrbaum, mit dem die Distanz der Mühle zum Ufer festgelegt wurde, ist zu erkennen. Ausserdem, an Land, Wohnung und Wirtschaft mit Gartenanlage, Scheune, Stallung und Speicher der Müller-Familie.
Der Plan trägt den Titel «Barthsmühle von Jacob Dambach in Zurzach». Er zeigt die Schiffmühle im Wasser, samt langen Ketten, mit denen sie am Ufer befestigt ist. Auch ein Sperrbaum, mit dem die Distanz der Mühle zum Ufer festgelegt wurde, ist zu erkennen. Ausserdem, an Land, Wohnung und Wirtschaft mit Gartenanlage, Scheune, Stallung und Speicher der Müller-Familie.
Der historische Plan von 1857 aus dem Archiv war aber nur eine der Quellen, auf die sich der Modellbauer Steger stützte. Ergänzend las er sich durch alte Büchlein über Schiffmühlen, besuchte eine restaurierte Original-Schiffmühle in Mainz und führte Gespräche mit dem ehemaligen Betreiber einer Schiffmühle an der Donau.
Reine Handarbeit
In 200 Stunden Arbeit ist ein Modell entstanden, das ein Fenster öffnet in den Alltag einer Schiffmühle im 19. Jahrhundert.
Auf der Strasse am Ufer steht ein von Pferden gezogener Karren. Getreidesäcke werden abgeladen und über einen Steg zur Mühle getragen. Die eigentliche Mühle (mit Schindeldach) steht auf einem grossen Schiff, im Wasser daneben liegt ein zweites, kleineres Schiff. Zwischen den Schiffen liegen zwei hintereinander angeordnete Wasserräder mit rund vier Meter Durchmesser.
Wie bereits angedeutet, ist die Schiffmühle über lange Ketten am Festland befestigt. Sie halten die Mühle im Strom. Dank des Modells ist zudem nachvollziehbar, wie die Müller die Schiffmühle je nach Wasserstand anders positionieren konnten im Fluss.
Das Modell ist, wie Kaspar Steger auf Nachfrage erklärt, das Ergebnis reiner Handarbeit. Eine kleine Kreissäge kam zum Einsatz, es wurde zusammengeleimt, geschnitten und angemalt. Die kleinen Eichenleisten der Boote, um ein Beispiel zu nennen, wurden auf der einen Seite schwarz gefärbt. Das vermittel den Eindruck, als liege Teer zwischen den Brettern – genauso, wie das damals tatsächlich üblich war.
Auf der Strasse am Ufer steht ein von Pferden gezogener Karren. Getreidesäcke werden abgeladen und über einen Steg zur Mühle getragen. Die eigentliche Mühle (mit Schindeldach) steht auf einem grossen Schiff, im Wasser daneben liegt ein zweites, kleineres Schiff. Zwischen den Schiffen liegen zwei hintereinander angeordnete Wasserräder mit rund vier Meter Durchmesser.
Wie bereits angedeutet, ist die Schiffmühle über lange Ketten am Festland befestigt. Sie halten die Mühle im Strom. Dank des Modells ist zudem nachvollziehbar, wie die Müller die Schiffmühle je nach Wasserstand anders positionieren konnten im Fluss.
Das Modell ist, wie Kaspar Steger auf Nachfrage erklärt, das Ergebnis reiner Handarbeit. Eine kleine Kreissäge kam zum Einsatz, es wurde zusammengeleimt, geschnitten und angemalt. Die kleinen Eichenleisten der Boote, um ein Beispiel zu nennen, wurden auf der einen Seite schwarz gefärbt. Das vermittel den Eindruck, als liege Teer zwischen den Brettern – genauso, wie das damals tatsächlich üblich war.
Mit viel Liebe zum Detail
Eine echte Überraschung ist das Panorama, das sich dem Betrachter beim Blick unter die Wasseroberfläche eröffnet. Steger spricht von einer Art Wimmel-Bilderbuch, nur, dass es in 3D daherkommt.
Die Unterwasserwelt soll die Neugier der kleinsten Besucher im Museum wecken. Sie entdecken dort Fische. Sie entdecken ein zerbrochenes Fass, in dem einst Salz transportiert wurde, das, vermutlich nach einem Zusammenstoss mehrerer Boote, aber an den Grund sank. Sie entdecken mehrere Anker und die Schnur einer Fischerrute. Denn, was wenig bekannt ist, häufig waren die Betreiber einer Schiffmühle im Nebenberuf Fischer.
Die Unterwasserwelt soll die Neugier der kleinsten Besucher im Museum wecken. Sie entdecken dort Fische. Sie entdecken ein zerbrochenes Fass, in dem einst Salz transportiert wurde, das, vermutlich nach einem Zusammenstoss mehrerer Boote, aber an den Grund sank. Sie entdecken mehrere Anker und die Schnur einer Fischerrute. Denn, was wenig bekannt ist, häufig waren die Betreiber einer Schiffmühle im Nebenberuf Fischer.
Historische Ergänzung zu den Phasen der Barzmühle.
- Phase : Schiffsmühle:
15. Jahrhundert erwähnte Schiffsmühle, Vorgänger unseres Modells - Phase:
19. Jahrhundert: Getreidemühle wurde etappenweise zur stationären Anlage umgebaut.Das Wasserrad war auf zwei Schiffen mit einer Transmission mit der Mühle verbunden.
3. Phase:
19./20. Jahrhundert: Getreidemühle stationär, Mühle Rad wurde fix aussen an der heute noch bestehenden Mauer montiert. Die Mühle wurde zusätzlich durch einen Elektromotor angetrieben.
19./20. Jahrhundert: Getreidemühle stationär, Mühle Rad wurde fix aussen an der heute noch bestehenden Mauer montiert. Die Mühle wurde zusätzlich durch einen Elektromotor angetrieben.
4. Phase:
1998 nimmt das Projekt «Restaurierung Barzmühle Formen an, der komplette Mahlgang wurde grösstenteils nachgebaut, so dass die heutige historische Mühle wieder Mehl mahlen kann.
2004 wird sie durch ein neues Mühle Rad komplettiert.
1998 nimmt das Projekt «Restaurierung Barzmühle Formen an, der komplette Mahlgang wurde grösstenteils nachgebaut, so dass die heutige historische Mühle wieder Mehl mahlen kann.
2004 wird sie durch ein neues Mühle Rad komplettiert.